LANG JAZZ
Baujahr  ~ Ende 50

  Wie heisst es doch - es ist verdammt schwer, DIE Beste zu sein, aber eine der allerschönsten, ist Sie auf jeden Fall. Über Qualität gilt das schon vorher Gesagte, nämlich - gut, besser, Lang. Das Gefühl wenn man diese Gitarre in Händen hält, Sie anschlägt und dann möglicherweise noch in einem Spiegel die überwältigende Schönheit sieht... kann für mich nur mehr durch eine schon lange gesuchte, aber noch nicht gefundene Traumfrau fürs Leben übertroffen werden. - Entschuldigung - Ich weis sehrwohl, das diese Aussage hier nichts zu suchen hat, aber ich bin ganz einfach jedesmal in einem Glücksrausch wenn ich diese Perle berühre, oder betrachte. Und da ich wohl behaupten kann schon einige der Kostbarsten Gitarren gesehen zu haben, ist diese eine klare Favoritin ! Da sich in meinem Fundus ein überaus rarer Floatingtonabnehmer von DeArmond aus dem Jahre 1948 !!! befindet, hat ihn diese Gitarre montiert bekommen, und ich finde das es nicht nur eine technische Aufwertung ist, sondern auch eine Zierde ! Motto - Schmuck schmückt Schmuckstück !

LANG THINBODY
Baujahr  ~ 60

  Ich wollte eigentlich wirklich ganz sachlich Infos über meine Gitarren schreiben, habe mir das auch nach wie vor zum Ziel gesetzt ! Doch muss ich leider gestehen, das mir dieses bei der Obigen und dieser Gitarre einfach nicht möglich ist. Man kann sicher eine Gitarre bei aller Liebe nicht mit einem Menschen gleichstellen, aber nur hypothetisch : Könnten Sie sich vorstellen, die Frau ihrer Träume derart zu beschreiben - Kopf, zwei Arme, zwei Beine, Haare, und Augen..... Ich sicher nicht ! Ich würde die Schönheit und Herrlichkeit wie in Trance huldigen, und hier geht es mir kein bisschen anders, nur das eine Gitarre halt nicht zurückredet ! Aber versuchen wir es halt mal. Diese, geschätzt Ende 50 hergestellte Hollowbody ist ein in der hervorragendsten Weise, aus Qualitativer und klanglicher Sicht, hergestelltes Instrument. Die Verarbeitung findet nur mehr in der Optik des Bodens ( siehe rechtes Bild ) eine Konkurrenz, die man auf dem Foto vage erkennen kann. Die handgestochene Kopfplattenauflage über dem tiefschwarzen Ebenholzgriffbrett ist von edler aber schlichter Elegance, und nicht wie oftmals gesehen , total überladen mit Motiven ! Der Steg, einzeln verstellbar, Saitenhalter passend in Chrom gehalten, mit der für Lang typischen Gravur der Initialen LA, wie auch auf der Kopfplatte. Bestückt mit einem DeArmond Floatingpickup, wie er in den 50er und 60ern favorisiert wurde, ist die elektrische Ausstattung. Deutlich zu erkennen ist die Ausnehmung in der Schlagplatte, die ein Verschieben des Tonabnehmers ohne Behinderung gewährleistet. Aber, und jetzt kommts - obwohl nur THINBODY ( halbe Dicke einer üblichen Jazzgitarre ) bringt Sie ihr ausgewogenes und klares Klangbild mit einer Lautstärke zum Vortrag, die die Mehrzahl ihrer Artverwandten Vollkorpusgitarren ins Abseits stellt ! Und das ohne übertrieben starken Anschlag.
Ich hege doch die Hoffnung, das einige von Ihnen meine Ausschweifungen in diesen beiden Fällen ( bei einigen anderen habe ich es gerade noch im letzten Moment geschafft am Boden zu bleiben ) verstehen, und mir diese verzeihen !

LANG THINBODY
Baujahr ~ 60

  Bei den beiden nachfolgenden Lang Gitarren gibt es eine unangenehme Gemeinsamkeit ! Bei beiden wurde nämlich vom Vorbesitzer überaus dilettantisch versucht, diese Perlen in ein heavy Metall - Ruder zu verwandeln ! Es wurden unsachgemäss Löcher gebohrt, mit unpassendem Werkzeug noch dazu, das an einer Stelle sogar die Holzmaserung wegsplitterte. Nun ich habe schon mit weniger wertvollen Stücken hunderte von Stunden mit der Wiederherstellung eines brauchbaren Zustandes verbracht, und dann erst Recht mit einer Lang. Ich konnte die Löcher nicht wegzaubern und auch nicht zuschweissen, so habe ich eben das Beste daraus gemacht, in dem ich versucht habe, diese als Aufnahme für Potis oder Umschalter zu nutzen, und ich denke es ist mir ausreichend gut gelungen. Diese Gitarre habe ich mit zwei frühen 80 er Schecter - Superrock Pickups bestückt, und eine von Schecter kreierte Schaltung übernommen, die eigentlich keine Möglichkeit auslässt. Ich habe die Gitarre, deren Hals meiner schlampigen Spielweise mit offenen Griffen wie kein anderer entgegenkommt, in den Achtzigern über zwei Jahre als Hauptgitarre eingesetzt, teilweise bei Lautstärken mit Windstärke zehn, und obwohl ohne Sustainblock, hatte ich nie Probleme mit Rückkopplungen, Pfeifen oder ähnlichem ! Auch einer der Gründe, warum ich diese ersten Schecter PU so verehre ! Über die Gitarre selbst und deren Qualität und Ausführung etwas zu sagen, jetzt mal abgesehen von den irren Verstümmelungsversuchen, erübrigt sich selbstredend. Fast hätte ich ein ganz wichtiges Indiz zu erwähnen vergessen ! Eine bei Lang sehr seltene Verwendung von Goldhardware ! Kopfplatte sowie Saitenhalter sind aus Vollmessing, und verleihen dieser Schönheit, gepaart mit dem Ebenholzgriffbrett und dem wunderschönen dunkelroten Mahagoni Hals, mit strahlend hellen  Ahornstreifen eingesetzt, eine Elegance, die wahrhaftig in Schönheit und guten Geschmack ihresgleichen sucht !

LANG PRÄMUS JAZZ
Baujahr  ~ 60

  Diese wunderschöne Gitarre habe ich in einem erbärmlichen und überaus bemitleidenswerten Zustand übernommen.. Fast aller Habseligkeiten wie Saitenhalter, Steg und Originalmechaniken beraubt, dafür aber mit einem unsachgemässen Loch wo irgend ein Tonabnehmer montiert war, sowie drei Löcher von oder für Schalter. Die Mechaniken wurden durch Schaller aus Plastik ersetzt, was wohl keine funktionellen Einbussen hat, aber optisch genauso passend ist wie Pam Anderson in langen Unterhosen ! Diese Mechaniken versehen immer noch ihre Aufgabe, da ich trotz Unmengen alter Teile dieser Art noch keine mit passendem Durchmesser und gleichzeitig passendem Abstand auftreiben konnte. Der Saitenhalter wurde aus einem für die Zeit typischen massiven aus deutscher Produktion stammenden Vibrato ersetzt, der erprobterweise verstimmungsfrei arbeitet, und als Steg wurde ein in der Höhe verstellbarer aus Palisanderholz gefertigter montiert, wie er bei Jazzgitarren dieser Zeit häufig anzutreffen ist. Diese Black Beauty mit einem verchromten oder gar cremefarbigen Tonabnehmer zu verunstalten widerstrebte mir. So verfiel ich auf einen den technischen Daten nach eigentlich unbrauchbaren, da viel zu heiss ( etwa 16 KO) , aber optisch nicht unangenehm in Erscheinung tretenden DiMarzio PU. Da anzapfbar, liesse sich die Leistung ja verringern. Die drei kleinen Löcher wurden mit Volume, Tonpoti und Dreiwege Microschalter verschlossen, wobei der Microschalter als Halbe, Volle und Standby geschaltet wurde. Was ich ursprünglich für unmöglich hielt - der PU produziert selbst bei voller Leistung und entsprechender Einstellung einen wohltuenden und angenehmen Sound, was sich auch beim Umschalten auf Halbgas nicht ändert - wieder mal ein Vorurteil zu Nichte gemacht ! - Zur Gitarre selbst möchte ich bemerken, dass Artur Lang fünfzig Stück dieses Models im Auftrag eines Frankfurter Musikgeschäfts fertigte. Die Gitarre selbst weist bis auf die Kopfplatte alle Lang typischen Qualitätsmerkmale auf, und meine Begeisterung über den schlanken Hals, der jedem Brett zur Ehre gereichen würde, kennt keine Grenzen. Die Binding - Einlagen, insgesamt vier mit Decke und Boden in den Zargen sind in vortrefflicher Qualität ausgeführt. Leider sind beim “ ausspiegeln “ auch hier wie bei Lang üblich keinerlei Hinweise zu finden. Lediglich eine tote Spinne, die mir allerdings auch keine Auskunft geben wollte, oder konnte.

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